Sonntag, 1. Juni 2008

Planlos in Bonn


Da ist nun auch schon der Juni da und es ist Sommer. Aber darüber soll der Blog nicht gehen, sondern über unsere Exkursion nach Bonn.

Im April fragte Herr Quenzer uns wegen einer Exkursion zu der Ausstellung Tempelschätze des Daigo-ji 醍醐寺, so hoff mal das ist die richtige Kanjikombination und Lisa und ich beschlossen teilzunehmen. Letzte Woche gabs dann die Vorbereitungssitzung mit Referaten und
Freitag gings dann los.

14.50h fuhr unser Zug ab, mit 27 Leuten starteten wir und nachdem wir uns wegen der Reservierungen über den ganzen
Zug verteilen mussten, wo Lisa und ich Pech hatten, denn wir hatten eine Schulklasse mit im Großraumwagen. *seufz*, vermutlich hatten die in Hamburg Klassenreise gemacht oder Schleswig-Holstein. Nun die erste Stunde waren sie noch ruhig und es hätte schlimmer sein können. Jedenfalls kamen wir nach endlos erscheinender Fahrt endlich in Duisburg an, wo wir umsteigen mussten in einen RE, der natürlich, wie sollte es bei der Deutschen Bahn auch anders sein verspätet war. Der blöde Automat am Bahnsteig wollte auch nichts zu essen rausspucken, also stiegen wir hungrig ein. Abermals hatten wir Pech, denn kurz danach stieg eine ganze Gruppe Spanier, vermutlich Geschäftsmänner ein, die sich lautstark und gestenreich unterhielten- ich frag mich wie das in südeuropäischen Zügen zugeht, da muss man ja Ohrenschmerzen bekommen.


Gut irgendwann waren wir dann endlich in der ach so tollen Stadt Bonn. Ich war ja vor 2 Jahren schon mal da gewesen zur Animagic und GazettE Konzert, somit wusste ich was mich erwartet, aber es war schon shocking abermals. Wenn man bedenkt, dass das mal unsere Hauptstadt war? Ähm ja... also durch einen dreckigen Tunnel und null Leben (um 20h) mit einem Sexkino, dass um 20.30h schließt- äh ja... kamen wir dann zum Busbahnhof, wo nicht mal alle 27 auf den Bussteig passten. Es gab dort gähnende Leere, in den Lokalen war kein Mensch, nicht mal bei McDonalds oder Sandwich Cafe und das Freitagabend so um 20.30h herum.
Wie das dann so ist lästerten wir Großstädter über Bonn ab, denn niemanden gefiel diese Stadt, das reinste Dorf. Zur Strafe fing es dann an zu gewittern, dort war es eh kälter als hier. Nun denn irgendwann kam unser Bus zur Jugendherberge Venusberg über Tannenbusch- jaja, der Bus nannte sich Grafenstädter Express.... und die Jugendherberge solle direkt am Bahnhof
liegen- ja.....

Wir fuhren vorbei an Kuhfeldern und landeten im Wald mit Wildwechselwarnschildern und
standen irgendwann am Waldhäuschen mitten am Arsch der Heide an der Jugendherberge. Mittlerweile goß es in Strömen und war schwülkalt. In Hamburg war 30° Sonne.
Nach einem kurzen Waldweg kamen wir dann bei der überraschend neuen Jugendherberge an und bekamen unsere Schlüssel. Glücklicherweise stand ich direkt am Tresen, so dass ich als Herr Quenzer sagte es gibt ein Zweierzimmer bereit war. Rasch scannte ich alle Schlüssel und fand schnell heraus dass 124 nur 2 Schlüssel hatte- und griff zu.
So kamen Lisa und ich in die Ehre zu zweit ein Zimmer zu haben. Es war zwar ein Viererzimmer, aber das war ja nicht weiter störend. Alle hatten sogar eigenes Bad und WC.
Somit war alles bestens.

Nächstes Problem, 28 hungrige Mäuler stopfen. Es gab zwar ein Bistro, aber das hatte nur blöden Kram in der JHG. Also mussen wir los. Mittlerweile war es 21.30h. Herr Quenzer sprach mit der Rezeption und dann gings los. Raus in den strömenden Regen, der uns wunderbar durchnässte und der Bus ließ auf sich warten. Endlich kam er und 28 nasse Gestalten tropften hinein, ohne Fahrschein ^^. Herr Quenzer ging als erster rein- er wirkt so seriös und dann strömten wir nach und fuhren schwarz. Nun irgendwann waren wir in der Zivilisation angekommen und strömten angeführt von Herrn Quenzer bei rot über die Straße- ich musste unwillkürlich an das Schild etwas weiter oben denken von wegen Vorsicht Wildwechsel. Die Autos mussten warten und wir schliderten einen steilen Berg hinunter ins Tal und hatte alle nur einen Gedanken- bitte keine Nacktschnecken zum drauftreten, sonst gibt es Domino.
Irgendwann waren wir heil unten angekommen, noch nasser als vorher und begaben uns auf die Suche.

Niemand wusste wohin und unser Leader führte uns spontan durch die Straßen- mit überraschendem Erfolg. Wir fanden Restaurants- aber die hatten entweder keine warme Küche mehr oder keinen Platz- doch schließlich die Rettung- Casanova Ristorante Italia- wir strömten ins luxeriöse Warme und besetzen den kompletten Rang, triefend, durchweicht und ausgehungert.
Die Kellner hatten wohl Mitleid, denn sie mästeten uns mit Weißbrot bevor die Gerichte kamen. Ich nahm Knoblauchbrot- saulecker mit Schinken, Tomate und Käse, ne Pizza Margerita ( als echter Italiener gabs keine Pizza Salami) und Panna Cotta. Hungrig stürzten wir uns auf Essen und fühlten uns nach einer Weile wunderbar warm und satt, wenn auch immer noch reichlich durchweicht. Herr Quenzer gab uns die Getränke aus, superlieb.
Da wir um 1h wieder an der JHG sein mussten, sonst würden wir nicht mehr reinkommen- sag ja Provinz nahmen wir dann Taxi zurück. Großraumtaxi und dadurch saubillig, 1,25€ kostete die wunderbare, warme, bequeme Fahrt für jeden.


Herrlich war dann auch die warme Dusche und trockene Kleidung und Bett. Ich schlief natürlich nicht sofort ein, wie üblich an neuen Orten und von draußen klang das Schu-hu einer Eule zu uns- ja ich fühlte mich wie in der Wildnis ^^.
Frühstück gabs nur bis 9h, aber war annehmbar, allerdings gab es keinen richtigen Saft, nur so Quench Zeug und kein Obst, aber man will ja nicht zu sehr meckern. Mittlerweile war es auch wieder trocken- vorerst. Wir nahmen also unsere 7 Sachen und fuhren mit einer bescheuerten Prollklasse zusammen zurück zum Bahnhof und nahmen dann den Telekom!!!! Express zum Museum.
Die Ausstellung war sehr interessant und es war ein tolles Gefühl Dinge zu sehen, die man sonst nicht zu sehen kriegt, selbst wenn man hingeht.
Gab auch einen Film dort, mit einem lausigen Sprecher, der betonte immer dort wo man nicht betont und wo man betonte, dort betonte er nicht beim Japanischen. Grässlich war vor allem しょいん, das wurde zu scheun und えい zu ai.
Aber dennoch gut gemacht, allerdings können die dort keine Kirschblüten und Pflaumenblüten unterscheiden, denn sie betitelten die Wandschirme, die Pflaumenblüten zeigten, auch einfach als Kirschblüten und auch beim Merchandise war das so.

Grauslich waren dann auch andere Ausstellungsbesucher- kein Wunder, dass wir noch immer als Barbaren gelten... ich hätte kotzen können beim Zuhören und sie kamen sich dabei noch vor wie die Experten.

Anschließend hatten wir wieder einmal Hunger und hofften in der Bonner Einkaufsstraße was zu finden. Na ausgeträumt, da gabs nicht mal nen Supermarkt, nicht mal bei Karstadt, also landeten wir bei Pizza Hut und aßen dort, nochmal Pizza. Kaum dass wir aus dem Museum raus gewesen waren hatte es auch wieder mal angefangen zu schütten, so dass wir wieder einmal triefend nass da saßen. Ich wollte ja meinen Schirm mitnehmen, aber dachte nee das ist 30° und Sonne und den Schirm mitschleppen- nööööö....
Der Nachmittag zog sich dahin und wir warteten bei McDonalds, der furchtbare Musik spielte und 17.45h gings endlich zurück in die wirkliche Zivilisation. Diesmal durchgehender Zug.
Die Fahrt zog sich genauso zäh hin wie bei der Hinfahrt und wir hatten einen Lokführer ohne Englischkenntnisse, der RE und ME wurde mal eben zum little train und possible zu puzzleble und andere amüsante Dinge. ^^

Ja eigentlich wars aber lustig gewesen so loszuziehen, nur Bonn ist wirklich absolut langweilig und Provinz. Da gibt es NICHTS.
Hier war natürlich die ganze Zeit schönes Wetter gewesen- war ja klar. Aber doch ich wäre bei der nächsten Exkursion wieder dabei. Und ich weiß jetzt, dass der Daigo-Ji auch bei Kyoto liegt ^^. Allerdings sollte das Museum sich ein bisschen besser informieren und vielleicht auch die Kanji neben die Namen schreiben und nicht nur Romaji finde ich. Schließlich sind wir bestimmt nicht die einzige Japantruppe, die da war, die das vermisst hat.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey.. ich komme aus Bonn und es ist wirklich schön hier! Ihr ward vermutlich nur in den falschen Ecken. Wenn Ihr das nächste Mal in eine der schönsten Städte Deutschlands kommt, dann führe ich Dich rum! In Bonn tobt der Bär! Cheers,
Círdan

桜・ネリ hat gesagt…

Ok, ich nehm dich beim Wort, da wo wir waren da war um 20h schon Zapfenstreich und stinklaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Auch wenn ich zugeben muss, dass es an sich schnuckelige Ecken waren mit niedlichen Häusern, aber eben tote Hose. ^^

Anonym hat gesagt…

Der Post hört sich echt wie eine Abrechnung an (: du solltest echt seriöser Kritiker werden, z.B. von Restaurants. Die würden dich fürchten.

桜・ネリ hat gesagt…

Na du hast Ideen *lach*

Nun wenn ich nichts sonst in Tokyo bekomme könnte ich ja das machen. ;) ね?

Ach ich möchte dich grad umarmen, so richtig feste- einfach so. *knuuuuuuuuuutsch*