Es ist lange her, dass ich einen Blogeintrag geschrieben habe. Mittlerweile ist das Jahr 2014 vorbei und 2015 auch schon bald 2 Wochen alt- ein komisches Gefühl... 2014 war definitiv ein sehr seltsames Jahr, allein dadurch, dass ich kaum an der Uni war und stattdessen mich auf Therapie und Job konzentriert habe, aber auch in anderen Dingen. Insbesondere natürlich die Therapie hat viele Dinge zur Sprache gebracht, von denen ich nur leichte Ahnungen hatte. Auch wenn ich oft genug alles hinschmeißen wollte, so habe ich mich bis heute durchgebissen, bis ans Ende der ersten Einheit. Ob ich eine Verlängerung bekomme liegt nun an meiner Krankenkasse, ein Antrag wird in jedem Fall gestellt. Mittlerweile ist es auch so, dass ich selbst merke, was sich verändert hat und nicht nur die Anderen ;). Es war ein sehr langer, steiniger und schmerzhafter Weg bis hierhin und es ist bei weitem noch nicht alles geschafft- an das eigentliche Trauma haben wir bislang nur gekratzt- ich wollte es nicht anders, zudem waren die Folgeerscheinungen sehr viel bedeutsamer.
Im November hatte ich dann auch einen Therapeutenwechsel, da meine erste Therapeutin in eine andere Stadt wechselte- im Endeffekt hat sich das sehr positiv ausgewirkt. Ich kam gut zurecht mit der ersten, aber mit meiner neuen Therapeutin besteht eine noch bessere Chemie. Einige wichtige neue Erkenntnisse habe ich ihr zu verdanken.
Nun was kann ich zu 2014 sagen?! Es war eindeutig ein sehr schmerzhaftes und emotionales Jahr, natürlich gab es auch sehr schöne Momente, aber die Gesamtheit des Jahres war eher schwierig und schmerzhaft- und ich habe gewiss den einen oder anderen in den Wahnsinn getrieben mit meinen Stimmungsschwankungen und allem. An dieser Stelle möchte ich noch einmal danke sagen, dass die meisten noch da sind und immer noch versuchen mich aufzumuntern und für mich da sind. Ich weiß ich bin nicht einfach, auch wenn ich langsam erkenne woran es liegt- was damals passiert ist- nun das hat dazu geführt, dass ich mich auf der einen Seite extrem nach Liebe und Nähe sehne, auf der anderen Seite aber auch plötzlich alle von mir stoße, wenn die Aggressionen hochkommen, die sich im eigentlichen Sinne weder gegen mich noch gegen meine Freunde und Familie richten- doch in Ermangelung des eigentlichen Zieles richtet sich die Wut, die Aggression entweder gegen mich selbst oder gegen denjenigen, der das Pech hat in meiner Nähe zu sein. Das klingt merkwürdig ich weiß und wahrscheinlich schwer zu verstehen. Es wird auch noch einige Zeit dauern bis ich das überwunden habe, aber ich arbeite daran.
Momentan bin ich noch wie ein kleiner, verschüchterter Vogel,dessen Flügel gebrochen waren, der obwohl er weiß, dass er eigentlich fliegen kann, es noch nicht wagt sich wieder in die Lüfte, den Himmel zu schwingen.- aber das wird wieder kommen, dessen bin ich mir sicher.
2014 hat mir auch andere Erkenntnisse gebracht, auch wenn es jetzt vielleicht etwas albern klingt und ich oft genug noch daran zweifele, will ich es aufschreiben:
* Ich weiß, dass ich nicht auf den Kopf gefallen bin, im Gegenteil wahrscheinlich sogar mit einer hohen Intelligenz ausgestattet bin, die andere bewundern und beneiden.
* Ich weiß, dass ich liebenswert bin, dass es einen Grund gibt, warum zB die Kunden, meine Kollegen mich derartig mögen und auch vermissen, wenn ich nicht da bin.
* Ich erahne eine Stärke in mir, derer ich nie zuvor direkt bewusst war, dass ich die Gabe habe, mich selber aus tiefen Depressionen rauszuziehen, auch wenn es manchmal etwas dauert, dass ich trotz allem, was passiert ist, mich durchgebissen habe und einiges erreicht habe- vielleicht nicht in Rekordzeit, aber in gewisser Weise grenzt es schon an ein Wunder, dass ich so weit gekommen bin- wie zB dass ich arbeiten gehe, dass ich studiere und bis zu einem gewissen Rahmen ein recht normales Leben führe und nicht aufgegeben habe und auch immer noch daran glaube, dass alles am Ende gut werden wird.
Insofern.... out of the dark, into the light.... beschreibt 2014 sehr gut.
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