Dienstag, 9. September 2008

Jetlag, Hitze...der erste Tag

Wie versprochen Tag 1, bzw. die Anreise. Hier ist es gerade 2h nachts und ich bin nach etwas über einer Stunde hellwach, blöder Jetlag. Na ja denke kann nachher gut einschlafen wieder, hoffe ich mal.

Also Sonntag ging es dann los, ab Hamburg Flughafen, meine Eltern brachten mich und meine Gepäckmassen hin, auf dem Wege sammelten wir noch Denise ein und ebenfalls ihre Gepäckmassen. Gut waren wir da, charmant lächelnd erblickten wir den einzigen Mann am Lufthansa Schalter und zielten auf ihn. Mit Erfolg, denn unser Lächeln ließ ihn nicht merken dass unsere Koffer zu schwer waren. Auch mit unseren *hust* gut 2okg Handgepäck ließ man uns durch und dankbar ergriffen wir den ersten Gepäckwagen, der uns über den Weg lief und luden auf. Dann begann das Warten, wir beide natürlich müde und nervös.
Der Flug nach München war nichts besonderes, ok. wir hatten ein paar Turbolenzen und ne Luftangsttherapiegruppe an Bord, aber nichts weiter.
In München wurde es etwas stressig, wir hatten nur ne knappe Stunde zum Umsteigen und das Ding ist riesig, so dass wir lange brauchten um zu unserem Gate zu kommen, Stopp beim Kiosk und Toilette, da wurden wir schon aufgerufen, aber alles klappte. Wir saßen inmitten eines engen, vollen Lufthansa Flugzeuges. Erschöpft und hungrig. Zunächst spielten wir Mau-Mau, sehr lustig ^^ und gab schlechtes Essen, keinen Monitor für uns selber, nur einen in der Kabine, aber das Bordpersonal war sehr nett- doch nie wieder Lufthansa, wenn es sich vermeiden lässt.

Wir beide konnten nicht schlafen, es klappte einfach nicht und so haben wir die Zeit totgeschlagen mit Mau-Mau, Prinz Kaspian von Narnia, Kung Fu Panda, Versuchen zu Schlafen, Musik hören und lesen. Nun irgendwann landeten wir und strandeten am Narita Airport, der genauso aussieht wie München. Müde und völlig fertig schleppten wir das Handgepäck zur Passkontrolle und Fingerabdruckspeicherung. Ich hatte einen sehr netten Mann da, er sah in meinen Pass und sah die beiden alten Japan Visa, lächelte freundlich und fragte: 日本語を分かりますか und freute sich sehr als ich antwortete. Dann waren wir durch und sammelten unsere Koffer ein und hatten endlich einen Trolly. Zollkontrolle, abermals ein sehr netter junger Mann, er sagt was und irgendwie hab ich automatisch geantwortet auf Japanisch. er- hoo 日本語を分かりますかーich 少しーああここに働きますかーはイー何ーああ分かりません-auf Denise deute,かに彼女は化学に働きますーああ大学ニーいいえ, laboratory.
(auf deutsch- oh Sie verstehen Japanisch- ein bisschen- ahh sie werden hier arbeiten- ja- was denn- weiß ich noch nicht, sie wird in der Chemie arbeiten- ah an der Universität?- nein im Labor.)

Ich war stolz auf mich. Nun wir kamen durch ohne Kontrolle und fanden gleich den Airport Limousine Bus, wo die junge Dame meine englische Frage, ob es Schließfächer in Shinagawa gibt leider nicht verstand, auch nicht nach der 4. Version, nun fuhren wir halt nach Shinjuku. Die Fahrt dauerte etwa 75min und dann standen wir in Shinjuku und mussten zum Sakura House. Ein freundlicher, älterer Japaner- Typ Universitätsprofessor für Kunst, sprach uns an ob wir Hilfe brauchten und zeigte uns den Weg. Wir zogen also gute 45-50kg durch Shinjuku, zum Glück war es noch nicht so heiß und fanden auch ohne Probleme unser Ziel. Dort kam dann erster Schock, konnte kein Geld abheben beim Postamt, nun dachte manchmal spinnt das ja, so wie im Januar als Lisa, Steffi und ich auch nicht konnten, zahl ich mit Kreditkarte. Wir hoch, sehr ungünstige Türen, vor allem wenn man bedenkt wie oft dort Leute mit Gepäck ankommen müssen. Aber wir schafften es und kamen hoch, wo es ewig lang dauerte bis alles erledigt war- tausend Verbote und Vorschriften *nerv*. Dann wollte ich mit Kreditkarte zahlen und ging auch nicht- ich wurde langsam panisch.... musste Denise zahlen, zum Glück war ich nicht alleine.

Endlich waren wir entlassen und ich war völlig fertig wegen Geld. Wir zogen also Koffer zurück und suchten JR Shinjuku, was gar nicht so einfach war, aber mit bisschen rumfragen war es erledigt. Doch lauter Treppen. Seufzend begannen wir Stück für Stück alles runterzubringen als ein sehr netter Japaner, älterer Salarymantyp kam und uns half, ein wahrer Engel, der hat unsere ganzen Koffer durch die langen Tunnel, die Treppen etc. getragen, bis in die Bahn. Er ist befreundet mit Siemens Chef in München, und wir haben seine Karte. ^^ Nun dank seiner unermüdlichen Hilfe waren wir endlich in der Yamanote Line und fuhren nach Shinagawa, dort gab es, dem Himmel sei dank Rolltreppen und Fahrstuhl und wir konnten entspannt umsteigen. 10min später waren wir in Omori und versuchten einen Taxifahrer zu fragen ob er uns zum Haus fährt, ich hab ihn nur nicht verstanden, aber Rettung nahte erneut, ein junger Mann, Typ Inder kam und fragte ob er uns helfen kann, redete mit dem Taxifahrer und erfuhr, dass es ganz nah ist- also schnappte er sich unsere beiden großen Koffer und brachte uns her, nebenbei bekamen wir Name, mail und Telefon, falls wir Hilfe brauchen.

Dann endlich waren wir hier und nächster Schock kam, es sieht ganz anders aus, als auf den Fotos, Zimmer sind sehr ramponiert und alles. Ich war mit den Nerven am Ende und wollte am liebsten nach Hause- wie man sich eben fühlt nach keinem Schlaf, langer Reise, Hitze, Schweiß, Hunger, Durst und Panik wegen Geld. Hatten beiden herrlichste Jetlagerscheinungen. Aber wir geben ja nicht auf, mit den mitgebrachten Postern und Bannern sieht das Zimmer schon viel besser aus, Winterwolldecke als Teppich auf dem Boden, alles einräumen, zum 100 Yen Shop und einkaufen sowie Essen und Trinken.
Abends gingen wir spazieren, fanden besagten 100Yen Shop na und sahen bisschen von der Gegend an. Die Lage ist echt klasse, direkt neben dem Bahnhof, Geschäfte, Convis- wir wohnen über ner Drogerie, nebenan kleines Mall mit großen 100Yen Shop wie wir heute entdeckten. Echt toll. Nun zwangen uns bis 22h durchzuhalten, ich rief meinen Vater an, dass er mit meiner Bank telefoniert, war wohl was mit der Registrierung schief gelaufen, vermutlich aus Versehen gesperrt. Internet geht, wenn auch lahm und erste Nacht war ok- ist draußen schön kühl dann, so dass Fenster auf reicht und man keine Klimaanlage braucht.

Sooo das war der erste Tag und die Reise.... Fotos folgen.

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